Viel Input

fürs Olympiakonzept von Hamburgs Bevölkerung

spiele für alle

Unter dem Motto „Deine Stadt, deine Stimme, deine Spiele“ haben mehr als 3.000 Hamburger:innen die Chance genutzt, sich bei den insgesamt 15 Bürgerdialogen und Beteiligungsformaten sowie online über das Hamburger Olympia-Konzept zu informieren und sich aktiv mit Ideen und Anregungen einzubringen.

Text: Dennis Krämer

Viele der rund 800 Rückmeldungen finden den Weg in Hamburgs Bewerbungskonzept, das im Juni beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht werden soll. „Diese Vorschläge, Ideen und Rückmeldungen helfen uns, das Konzept noch besser auf die Stadt zuzuschneiden und auch Befürchtungen so aufzugreifen, dass sie eben gar nicht erst eintreten“, so Sportsenator Andy Grote. „Diese Spiele sind wie noch keine andere Konzeption auf unsere Stadt zugeschnitten und fügen sich perfekt in die Stadt ein. Das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal unserer Bewerbung und unsere große Stärke!“

Rund 20 Prozent der Vorschläge wurden vom Olympia-Projekt als direkt umsetzbar eingestuft. Rund 55 Prozent könnten ebenfalls in die weitere Ausgestaltung der Bewerbung einfließen und werden mit den zuständigen Fachbehörden geprüft. Nur 17 Prozent der Hinweise hatten keinen unmittelbaren Olympia-Bezug und werden aber an die zuständigen Behörden weitergereicht. Besonders häufig (25 Prozent der Rückmeldungen) wurden Hinweise zu modernen, barrierefreien Mobilitätsangeboten gegeben, 19 Prozent wünschen sich ein olympisches und paralympisches Rahmenprogramm, das möglichst alle Stadtteile mit Mitmach-Aktionen  einbezieht und die Modernisierung und der Ausbau der Sport- und Trainingsstätten (11 Prozent). Auch die Themen Nachhaltigkeit und langfristiger Nutzen für die Stadt wurden als besonders bedeutend eingestuft (je 10 Prozent). Es wurde deutlich, dass es den Menschen besonders wichtig ist, dass Begegnungsräume geschaffen werden – nicht nur im Olympic Parc Altona und Olympic Parc City, sondern möglichst in der gesamten Stadt. „Wir wollen – ähnlich wie bei der Weltmeisterschaft 2006 – auch mit den Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg ein Sommermärchen schaffen“, sagte der Projektleiter der Olympia-Bewerbung, Steffen Rülke.

Ein paar Beispiele der ins Konzept aufgenommenen Anregungen zeigen, was den Bürgerinnen und Bürgern wichtig ist: So ist ein umfangreiches sportliches und kulturelles Rahmenprogramm mit Public Viewing-Angeboten in allen Hamburger Bezirken sowie Mitmach-Sportzonen mit niedrigschwelligen Angeboten (Mini-Spielfelder, Klettern, Parkour, Radsportpark oder Lauf-Workshops) geplant. Hierzu machten die Bürger:innen konkrete Vorschläge zu möglichen Örtlichkeiten, wie Hafen und Elbe, Hayns Park, Winterhuder Marktplatz, Jahnkampfbahn oder Landhaus Walter im Stadtpark. Es soll Zugang zu Trainingsstätten geben, um die Athlet:innen auch außerhalb der Wettkämpfe aus nächster Nähe erleben zu können. Die Ausrichtung einer „Schul-Olympiade“ für Schüler:innen mit Wettkämpfen in verschiedenen olympischen Disziplinen ist geplant. Und eine sinnvolle Nachnutzung der Sportinfrastruktur, wie Böden und Sportgeräte (z.B. der Fecht- und Judowettbewerbe oder Sprung-Rampen der Freestyle BMX-Wettbewerbe) ist angedacht, um diese später in öffentlichen oder vereinseigenen Sportstätten und Parks zu integrieren oder den Sportvereinen zur Verfügung zu stellen.

Ein großer Schwerpunkt liegt im Hamburger Konzept auch auf der wichtigen Rolle der Paralympics. Edina Müller, zweifache Goldmedaillen-Gewinnerin (Rollstuhlbasketball und Para Kanu) und Fahnenträgerin in Paris 2024, begrüßt das: „Dass die Themen Barrierefreiheit und Inklusion bei den Bürgerdialogen eine so wichtige Rolle eingenommen haben, unterstreicht, dass die Barrierefreiheit uns alle im Alltag betrifft.

Weitere Informationen zu Olympia in Hamburg:

Den Spirit, die Botschaft und die weltweite Strahlkraft der Paralympics wollen wir gemeinsam nutzen, um die Gesellschaft noch inklusiver, unsere Stadt noch barrierefreier zu machen. Am Ende werden wir als gesamte Gesellschaft davon profitieren.“ Zu zukünftigen olympischen Sportarten, die dann dem DOSB vorgeschlagen werden, konnte online abgestimmt werden. Dabei fiel die Wahl vorrangig auf Trendsportarten auf dem in Hamburg ja reichlich vorhandenen Wasser. Genannt wurden Rettungsschwimmen (20 Prozent), Stand-Up-Paddling (18 Prozent), Padel (17 Prozent), Wasserski/Wakeboard (15 Prozent) und Beach-Handball (14 Prozent).

Das Projektteam prüft in den kommenden Wochen die Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Sportarten hinsichtlich Sportflächen sowie Kapazitäten und stimmt sich dazu mit den Verbänden ab. Mit einer umfangreichen Informations- und Motivationskampagne geht es in den kommenden Wochen in die Offensive. Diese wird von prominenten Hamburger Gesichtern aus der Welt des Sports, wie Patrick Esume, Alexander Zverev, Laura Ludwig, Edina Müller, Rene Adler oder Horst Hrubesch und anderen Bereichen der Stadtgesellschaft unterstützt – zu sehen sein wird das auf Plakaten, bei Mitmach-Aktionen, in Filmen und Videos.

Am 31. Mai können die Hamburger:innen darüber abstimmen, ob Hamburg als deutscher Bewerber ins internationale Rennen um die Spiele gehen soll. Ab dem 24. April 2026 besteht zudem die Möglichkeit, per Briefwahl abzustimmen.

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