„Ich bin da einfach reingewachsen“, beschreibt Hannes Müller seinen Weg zum Hockey. Großvater, Vater und älterer Bruder spielten bereits – der Weg war also früh vorgezeichnet. Mit etwa drei Jahren begann er selbst. Eine längere Pause gab es nie, obwohl er sich auch in andere Sportarten verirrte: Handball zum Beispiel, vermittelt über seine Mutter. „Da merkt man schon, dass sich einiges überträgt, etwa beim Raumgefühl oder im Umgang mit dem Ball“, erklärt er.
Was ihn besonders fasziniert, ist die Dynamik des Mannschaftssports. „Freundschaften, Teamkultur, dieses gemeinsame Ticken – das ist in vielen Teamsportarten ähnlich. Aber Hockey war immer das, wobei ich geblieben bin.“ Mit 16 Jahren wechselte er dann von Köthen ans Sportinternat des Olympiastützpunktes nach Hamburg. An der Eliteschule des Sports konnte er 2019 sein Abitur abschließen. 2024 durfte Hannes Müller dann in Paris seinen olympischen Traum erleben. „Das ist das Größte, was man als Sportler erreichen kann. Olympische Spiele sind mit keinem anderen Turnier vergleichbar. Die Dimensionen, das Umfeld, die mediale Aufmerksamkeit – alles ist intensiver,“ beschreibt er das Erlebnis mit großer Begeisterung. Hinzu kommt der besondere Turnus. „Man arbeitet jahrelang darauf hin und weiß gleichzeitig, dass sich so eine Chance nicht automatisch wiederholt. Allein die Nominierung ist schon etwas Besonderes.“
Während Welt- und Europameisterschaften regelmäßig stattfinden, bietet sich die olympische Bühne nur alle
vier Jahre.