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Große Träume beginnen manchmal ganz klein. Zum Beispiel auf einer kleinen Schulbühne am Alten Teichweg. Im Rahmen der Hamburger SportTalente werden dort, in der Eliteschule des Sports, jedes Jahr die erfolgreichsten Nachwuchssportlerinnen und Nachwuchssportler Hamburgs geehrt. 18 Jahre dürfen die Nominierten in den Kategorien Weiblich, Männlich und Team maximal alt sein, erfolgreich sind sie alle trotz ihres Alters schon längst.

Text: Jonas Gampe

Doch auch für die Jüngsten im Hamburger Sport und ihre Träume ist auf der Bühne Platz. Im vergangenen Jahr beispielsweise eine Gruppe von Sportlerinnen und Sportlern der „Olympischen Generation“, die von den Bewerbungsplänen für Olympische und Paralympische Spiele besonders stark profitieren sollen. 

Es ist laut im Saal, als die neun- und zehnjährigen Sportlerinnen und Sportler die Bühne betreten. Die Scheinwerfer lassen sie im hellen Licht erstrahlen. Nacheinander stellt Moderatorin Anke Harnack ihnen Fragen. Zu ihrem Sport, ihren Zielen und natürlich den Olympischen und Paralympischen Spielen. Als Basketballerin Lynne das Mikrofon in die Hand bekommt, sagt sie voller Selbstbewusstsein: „Mein großes Ziel ist, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen.“

Der Satz sorgt für ein Raunen im Publikum. Denn was für viele wie ein ferner Traum ist, klingt bei Lynne ganz selbstverständlich. Als Vertreterin ihrer Sportklasse steht sie bei der Award-Show „Hamburger SportTalent“ in der Grund- und Stadtteilschule am Alten Teichweg auf der Bühne. Dort vertritt sie allerdings nicht nur ihre Klasse oder Schule. Lynne ist Teil der „Olympischen Generation“. Also derjenigen Sportlerinnen und Sportler, die 2036, 2040 oder 2044 bei den Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg antreten könnten. Zumindest wenn alles nach Plan läuft.

Daran hat man, wenn man Lynne zuhört, allerdings keinen Zweifel. Sie hat sich ihre Spiele auch schon genau ausgemalt. Ob Eröffnungsfeier oder Maskottchen – die Zehnjährige hat für alles die passende Idee.

„Mein großes Ziel ist, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen.“

Lynne Schindler, Basketballerin

So beispielsweise für die Matches in ihrer eigenen Sportart. Bei schönem Wetter sollen die Wettbewerbe im Basketball auf Courts in der ganzen Stadt verteilt werden. „Die Basketballplätze müsste man natürlich noch mit Sitzplätzen ausstatten“, so Lynne. Bei schlechtem Wetter könnte die Heimstätte der Hamburg Towers als Stadion dienen, dort hat Lynne auch schon Matches als Zuschauerin verfolgt und genossen.

Bei den Olympischen Spielen in Hamburg will sie dann als Spielerin dabei sein. 2040 wird Lynne 25 Jahre alt. Für ihr Leben als 25-Jährige hat sie schon eine genaue Vorstellung: „Ich glaube, ich werde dann ganz viel trainieren, super fit sein und mich schon mein ganzes Leben auf die Chance freuen, bei den Spielen anzutreten.“ Dafür will sie, neben ihrem Studium, mit dem sie nach der Schule beginnen möchte, jeden Tag mindestens eine Stunde Basketball spielen.

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Als Teil der deutschen Basketballnationalmannschaft möchte Lynne, die in Hamburg geboren wurde, dann 2036, 2040 oder 2044 in ihrer Heimat die Eröffnung der Olympischen Spiele feiern. Am liebsten auf dem Rathausmarkt oder der Elbe: „Beim Rathaus sind immer viele Leute, das passt gut. Auf der Elbe könnten die Sportlerinnen und Sportler auf kleinen Plattformen am Hafen vorbeifahren. Das macht bestimmt Spaß.“

Der Spaß spielt in Lynnes Überlegungen generell eine große Rolle: „Gewinnen wäre auch ganz cool, aber ich glaube, dass ich erstmal ganz viel Spaß daran haben könnte, wenn ich an den Olympischen Spielen teilnehmen würde.“ Aktuell spielt die Fünftklässlerin, die das Sportprofil des Gymnasiums Heidberg besucht, Basketball im Sportclub Alstertal-Langenhorn. Dabei gefällt Lynne besonders das Zusammenspiel mit ihren Mitspielerinnen und das Teamgefühl. Irgendwann mit dem Basketballspielen aufzuhören, das kann sie sich überhaupt nicht vorstellen.

Die Olympische Generation wird auf der Bühne von Sport-Senator Andy Grote und Staatsrat Christoph Holstein geehrt.

Die Zehnjährige brennt für ihre Sportart. Genau wie ihr Vorbild Alexis Peterson, die aktuell für Beşiktaş Istanbul spielt und als Spielmacherin mit der deutschen Nationalmannschaft in Paris bis ins Viertelfinale eingezogen ist. Auch zu Dennis Schröder schaut Lynne auf. Der 32-Jährige führte die deutsche Nationalmannschaft der Männer 2025 zum Europa- und 2023 zum Weltmeistertitel. Ein weiteres Vorbild ist für Lynne natürlich ihre Trainerin Lucy.

Vielleicht sitzen die Drei ja irgendwann im Publikum, wenn Lynne selbst im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bei Olympischen Spielen auflaufen darf. Möglicherweise auch vor den Augen von Maskottchen „Water“, einer Möwe. „Die passt einfach zu Hamburg, die schwirrt auch irgendwie immer überall rum, besonders am Hafen“, erklärt Lynne. Dort soll dann auch das Olympische Feuer brennen: „Am Hafen ist ja auch Wasser, womit man das dann löschen kann, wenn irgendetwas anbrennt.“

Lynne sprudelt jedenfalls vor Ideen für „ihre“ Olympischen Spiele 2040 in ihrer Heimatstadt Hamburg. Und genau das ist der Kern, dieser „Olympischen Generation“: Sie nimmt das Große nicht als fernes Versprechen, sondern als konkrete Einladung, sich Gedanken zu machen und groß zu träumen. Hamburg liefert Bühne und Kulisse, die Kinder bringen die Fantasie und die nötige Motivation, für ihren Traum zu kämpfen.

Falls Lynne dann eines Tages im Nationaltrikot einläuft, wird sie wissen: Große Träume beginnen manchmal auf kleinen Bühnen. Zum Beispiel  auf einer kleinen Schulbühne in Hamburg.

Eine Chance für alle