Wie Sportförderung wirkt

Neue Athletinnen im

team hamburg

die olympische generation

Jedes Jahr im März nimmt die Stiftung Leistungssport Hamburg neue Athletinnen und Athleten in die Förderung durch das TEAM HAMBURG auf. In diesem Jahr wurden mehr als zwanzig Sportlerinnen und Sportler aufgenommen. Darunter: die deutschen Golfmeisterinnen von 2024 und 2025, deren Weg beweist, dass die Unterstützung durch die Stiftung Leistungssport Hamburg wirkt.

Text: Jonas Gampe

Hannah Karg und Christin Eisenbeiss verbindet mehr als ihre Sportart: beide Golferinnen kommen aus Hamburg, beide starten für den Hamburger Golf-Club Falkenstein, beide waren bereits deutsche Meisterin und haben danach den Sprung zu den Profis geschafft. Nun sind beide Golferinnen Teil des Förderkaders des TEAM HAMBURG.

Insgesamt nimmt die Stiftung Leistungssport Hamburg 22 neue Athletinnen und Athleten aus elf Sportarten auf. Der größte Teil von ihnen Nachwuchssportler*innen, die damit künftig mehr als die Hälfte aller geförderten Athletinnen und Athleten ausmachen werden. Auch auf der höchsten Förderstufe, dem Olympiakader, gibt es Verstärkung. Unter anderem wird mit Justus Weigand ein Silbermedaillengewinner von Paris aufgenommen. Dazu kommen sechs Athletinnen und Athleten im Per-spektivkader, die in den kommenden Jahren den Sprung in die Weltspitze ihrer Sportart schaffen wollen.
Darunter Hannah Karg und Christin Eisenbeiss, die zuletzt den Schritt in die Profi-Ligen „Epson Tour“ und „LET Access“ geschafft haben.

Karg und Eisenbeiss sind Teil einer Generation von Hamburger Golferinnen, die schon seit Jahren für Furore sorgt, auch im TEAM HAMBURG. Bisheriger Höhepunkt ist die olympische Silbermedaille von Esther Henseleit in Paris, die ebenfalls jahrelang im TEAM HAMBURG gefördert wurde. Ursprung des Erfolgs ist die Nachwuchsarbeit des Hamburger Golfverbands. Unter Jugendtrainerin Esther Poburski haben sich die Golferinnen hervorragend entwickelt. Die Stelle der Landestrainerin im Mädchengolf wurde damals mit Hilfe der Stiftung Leistungssport Hamburg geschaffen und war die erste ihrer Art.

Die Früchte dieser Entwicklung zeigen sich bis heute. Und auch Hannah Karg weiß genau, wo ihre Entwicklung angefangen hat: „Esther hat mich sehr geprägt. Sie bringt als Trainerin so viel mit, weil sie selbst professionell gespielt hat. Das war eine sehr coole Zeit mit der Gruppe.“

Damals war Hannah etwa 10 Jahre alt. Angefangen hat sie aber noch früher. Mit drei Jahren nahm ihr Vater sie regelmäßig mit auf den Golfplatz. Über Sommercamps und die Platzreife fand die Hamburgerin ihre Liebe zur Sportart.

Dabei gefällt der heute 26-Jährigen besonders, dass sie ihr Spiel auf dem Platz selbst im Griff hat: „Ich mag es, dass ich mein Spiel größtenteils selbst in der Hand habe“. Karg ist außerdem sehr selbstkritisch und kompetitiv. Sie kann ihre Fähigkeiten auf dem Platz gut einschätzen und mit ihnen umgehen:

Hannah Karg

„Manche Spielerinnen probieren, ihre Probleme auf dem Golfplatz zu lösen. Ich spiele mit dem, was ich in dem Moment habe. Egal, ob es mein A-Game oder mein C-Game ist.“

Hannah Karg

Christin Eisenbeiss (2. von links) und Hannah Karg (mitte) haben schon im Nachwuchs gemeinsam trainiert.

Anzeige

Diese Stärken will die Spielerin vom Hamburger Golfclub Falkenstein mittlerweile auf der LET Access-Tour nutzen. Diese Tour ist die Ebene direkt unter der Ladies European Tour und ein Sprungbrett für junge Golferinnen. Die sieben besten Spielerinnen erhalten am Ende jeder Saison eine Tour-Card für die Ladies European Tour.

In ihrem ersten Jahr hat Hannah Karg auf der LET Access-Tour gute Leistungen gezeigt. Am Ende der Saison stand sie auf Platz 20. Was ihr für eine Top-Platzierung fehlte, war ein Turniersieg: „Ich hatte kein schlechtes Jahr, ich habe halt nur nicht gewonnen“, so Karg. Das will sie in diesem Jahr nachholen. Und dann natürlich am Ende der Saison als eine der sieben Besten eine Tour-Card für die LET gewinnen: „Ich will zeitnah auf der höchsten Tour in Europa spielen.“

Doch der Sprung in die Weltspitze ist nicht nur sportlich eine Herausforderung. Auch finanziell verlangt der Schritt viel ab. Bei Ausgaben von etwa 1.000 € pro Turnier kommt Karg für eine Saison in der LET Access auf über 20.000 €. Kosten, die sie mit Preisgeldern erst einmal wieder hereinholen muss. Da hilft auch die monatliche Förderung durch die Stiftung Leistungssport Hamburg enorm: „Jedes kleine bisschen, egal wie viel, das ist alles Geld, was hilft“, freut sich Karg.

„Jedes kleine bisschen hilft.“

Hannah Karg

Eine Chance für alle