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Hamburg plant klimapositive Spiele

spiele für alle

Text: Dennis Krämer

Die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 2024 haben gezeigt: Nachhaltigkeit und sportliche Großevents können Hand in Hand gehen. So weist der online abrufbare Nachhaltigkeitsbericht von Paris aus, dass der CO2-Ausstoß, verglichen mit den Spielen von London 2012 und Rio 2016, mehr als halbiert wurde. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will jedoch noch einen bedeutenden Schritt weitergehen: Ab 2030 müssen die Spiele nicht nur klimafreundlicher, sondern klimapositiv ausgerichtet werden.

„Wir wollen Olympische und Paralympische Spiele, die zu Hamburg passen. Das mit dem Volksentscheid beschlossene Ziel, dass Hamburg bis 2040 klimaneutral sein muss, und die Anforderungen des IOC ergänzen sich nach unserem Verständnis hervorragend. Die Spiele können als Beschleuniger für Fortschritt sowie Innovation wirken. Sie können damit auch zur Klimaneutralität 2040 beitragen. Kein anderes Event hat diesen Effekt“, sagt Steffen Rülke, Leiter des Vorprojekts Olympische und Paralympische Spiele und ergänzt: „Hamburg ist für uns der perfekte Ort, um neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit zu setzen.“

Schon heute arbeitet die Stadt deshalb daran, ihr Bewerbungs-Konzept entsprechend der zukunftsweisenden Vorgaben auszurichten und im Bereich Nachhaltigkeit Maßstäbe zu setzen. Dazu gehören: keine Neubauten nur für die Spiele, ein Mobilitätskonzept mit Fokus auf den Umweltverbund mit innovativen, nachhaltigen Verkehrsmitteln, die kürzesten Wege aller deutschen Bewerberregionen für Athlet:innen sowie Zuschauer:innen, ein Nachhaltigkeitskonzept sowie die Darlegung, welchen nachhaltigen Mehrwert die Spiele für die Hamburger:innen haben.

Keine Neubauten nur für die Spiele

80 Prozent der Wettkampfstätten sind bereits heute vorhanden, wie u.a. das Volksparkstadion für die Schwimmwettbewerbe, die Messehallen oder die Barclays Arena. 20 Prozent der Sportstätten werden temporär errichtet. Und auch bei den temporären Sportstätten will Hamburg konsequent den Weg der Nachhaltigkeit gehen: Sportgeräte, Böden und Schwimmbecken sollen nicht nur während der Spiele, sondern noch lange darüber hinaus langfristig in der Stadt genutzt werden und so allen Hamburger:innen zugutekommen – für noch mehr Bewegungs- und Sportangebote im öffentlichen Raum. So ist, Stand jetzt, u.a. geplant, die Rampen und Schanzen, die für die olympischen BMX-Freestyle-Wettbewerbe auf dem Heiligengeistfeld temporär errichtet werden sollen, so konzipieren zu lassen, dass sie nach den Wettkämpfen abgebaut und an einem anderen Ort in Hamburg für die Gemeinnutzung wiedererrichtet werden können. Etwa in Parkanlagen, in Schulen oder Vereinen.

Auch die Böden und Geräte der Fecht-, Basketball- und Turnwettbewerbe sollen nicht nur gemietet, sondern von der Stadt erworben und später den Hamburger Vereinen und Verbänden zur Verfügung gestellt werden. „So bleibt im wahrsten Sinne des Wortes „ein Stück Olympia“ in der Stadt, langfristig, nachhaltig und auch sozial. Denn so können etwa die Sportler:innen von morgen, Schüler:innen, Bürger:innen von den Sportanlagen profitieren“, sagt Steffen Rülke und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Und irgendwie ist es auch echt cool, auf Sportanlagen unterwegs zu sein, auf denen zuvor Goldmedaillen ersprungen oder erturnt wurden.“

Die Stadt hatte in jüngster Vergangenheit mehrfach nachgewiesen, dass sie sportliche Großevents nachhaltig ausrichten kann. Für die Ausrichtung der „Hamburg 7s“ Rugby-EM der Frauen und Männer, eines der größten internationalen Rugby-Events Deutschlands, erhielt die Hansestadt das Nachhaltigkeitssiegel Medium (Silber), die zweithöchste Kategorie des Zertifizierungssystems.

Fünf Jogger laufen über die Hochwasserschutzbrücke am Sandtorkai in der Hamburger HafenCity mit Elbphilharmonie im Hintergrund

Inklusion im Sport und Barrierefreiheit

Neben dem Komplex Umwelt- und Ressourcenschonung geht es im Hamburger Bewerbungskonzept aber auch darum, langfristige und nachhaltige stadtentwicklungs-, infrastrukturelle und gesellschaftliche Effekte der Olympischen und Paralympischen Spiele für die Hamburger Bevölkerung zu nutzen.

„Wir denken sowohl ökologisch, aber auch sozial nachhaltig“, betont Rülke. „Die Paralympischen Spiele erzeugen wie kein anderes Event weltweit Aufmerksamkeit für die Themen Inklusion im Sport und Barrierefreiheit in unserem alltäglichen Leben. Das betrifft uns alle. Deshalb setzen wir uns schon jetzt das Ziel, die Bewerbung dafür zu nutzen, die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum noch stärker mitzudenken und zur barriereärmsten Großstadt Deutschlands zu werden. So schaffen wir mehr Möglichkeit für Begegnungen – von Menschen mit und ohne Behinderungen.“

Ökologisch und gesellschaftlich will Hamburg Maßstäbe setzen. Die Olympischen und Paralympischen Spiele können der Stadt einen großen Schub geben, um nachhaltige Mobilität, Barrierefreiheit und Innovationen noch schneller voranzubringen.

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