Flagge mit Slogan zur Hamburger Olympia- und Paralympics-Bewerbung und Hamburg Active City Logo

JA,

aber …?

spiele für alle

Die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele ist auch mit vielen Fragen verbunden. Wir haben die Wichtigsten gestellt und Antworten aus dem Olympia-Projekt der Stadt erhalten.

Text: Andrea Marunde

Es war der Geburtstag meiner besten Freundin. Die Stimmung war gut, die Gruppe durchweg im mittleren Alter und auch noch sportbegeistert. Inzwischen mehr theoretisch als praktisch.

Sprich: Ein ideales Publikum für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Einige waren auch schon selbst dabei … als Zuschauer. In Barcelona, in Paris. Und natürlich kam auch irgendwann mal genau das Thema auf den Tisch. Soll das auch alles in unserer Stadt passieren? Ich persönlich hatte mit einem rauschendem JAAA! gerechnet. Überraschenderweise war es dann eher ein „Joah“, besser gesagt ein „Ja, aber…!!!“ Da tauchten dann doch noch ein paar Fragen und Bedenken auf.

Was haben die Hamburger kurzfristig und langfristig von der Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele?

Für den Bereich Breitensport bedeutet das ein großes Plus: Von 2011 bis 2020 hat Hamburg mehr als eine Milliarde Euro für die Verbesserung seiner Sport-Infrastruktur ausgegeben, bis zum Ende dieses Jahrzehnts werden es mehr als zwei Milliarden sein. Keine andere Großstadt investiert mehr in ihre Sport-Infrastruktur. Mit Olympischen und Paralympischen Spielen kommen noch zusätzliche Investitionen in Wettkampf- und Trainingsstätten und die Modernisierung vorhandener Sportanlagen hinzu.
Die Olympischen und Paralympischen Spiele werden zusätzlichen Schub und neue Kraft für viele Zukunftsprojekte geben: Für einen neuen, größeren Fokus auf den Sport. Spiele steigern außerdem die Motivation und Begeisterung, selbst sportlich aktiv zu werden.

Sport an der Schule: Im Zuge der Bewerbung wollen wir verlässlich fünf Stunden Sport und Bewegung im Rahmen des schulischen Ganztags realisieren. Die Schwimmförderung bauen wir so aus, dass alle Kinder beim Verlassen der Grundschule sicher schwimmen können. Schul- und Vereinssport soll besser verzahnt, Schwimmlernangebote ausgeweitet und jährlich eine Kinderolympiade durchgeführt werden.

Vier Joggerinnen an der Promenade Kirchenpauerkai in der Hamburger HafenCity mit historischen Hafenkranen und Blick auf die Elbe

Wird das auch Vorteile außerhalb des Sports geben?

Ich greife mal ein paar wichtige Punkte heraus.

Barrierefreiheit: Hamburg hat sich das Ziel gesetzt, zur barriereärmsten Metropole Deutschlands zu werden. Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger, alle Generationen gleichermaßen. Die barrierefreie Anpassung der öffentlichen Infrastruktur wird beschleunigt, eine Paralympics-App ist geplant, die Förderung des paralympischen Spitzensports soll gestärkt werden.

Stadtentwicklung: Hamburg wächst und investiert schon allein vor diesem Hintergrund in Sportinfrastruktur, öffentlichen Nahverkehr, Verkehrsinfrastruktur, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung. Die Spiele wirken aber als Booster: Projekte werden beschleunigt, noch nachhaltiger konzipiert, fokussierter umgesetzt und erhalten die Chance auf zusätzliche Bundesmittel. Bereits geplante oder im Bau befindliche Projekte wie der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs (zum Beispiel der U5 oder der S6) werden beschleunigt, Stadträume werden aufgewertet, das Mobilitätsangebot noch nachhaltiger und innovativer (weiter-)entwickelt. In der Science City Hamburg Bahrenfeld, die das Olympische Dorf beherbergen soll, entsteht ein vielfältiges Wohnungsangebot mit hohem Förderanteil.

Wirtschaft: Etwa 80 Prozent der Unternehmen unterstützen die Bewerbung, denn es wird einen Schub für Handwerk, Industrie, Hafen und Tourismus erwartet, die internationale Attraktivität für Unternehmen und Arbeitnehmer werden deutlich gesteigert. Der für die Spiele in Paris bilanzierte Netto-Wirtschaftseffekt beträgt 7,1 Milliarden Euro. Die Aufträge, die im Zusammenhang mit den Spielen (unter anderem für bau- und sanierungsbedingte Maßnahmen) zu vergeben waren, gingen zu 90 Prozent an französische Unternehmen, davon 80 Prozent an kleine und mittlere Unternehmen. Die Auftragssumme von Paris belief sich auf 5 Milliarden Euro.

Apropos Finanzen. Wie teuer wird denn der ganze Spaß und von wo oder wem kommt das Geld?

Olympische und Paralympische Spiele kosten Geld. Klar. Sie bringen aber auch Einnahmen. Der DOSB hat in einer ersten Prognose für alle Bewerbungskonzepte bereits errechnet, dass sie mit der Durchführung Gewinn machen können. Es wird nur für die Spiele in Hamburg keine teuren Neubauten geben. Wir sind optimistisch, dass wir mit unserem Konzept – ähnlich wie Paris 2024 – bei der reinen Durchführung der Spiele ebenfalls Gewinn machen können. Der Bund hat sich, im Gegensatz zur letzten Bewerbung 2015, in einer politischen Vereinbarung dazu verpflichtet, den deutschen Bewerber finanziell zu unterstützen und auch schon für die Bewerbungsphase Gelder in Höhe von 6 Mio Euro zur Verfügung zu stellen.

Wird Olympia trotzdem alles teurer machen?

Nein, eine erhöhte allgemeine Preissteigerung durch Olympische und Paralympische Spiele ist nicht belegt. Es ist zu erwarten, dass es im Bereich des Tourismus (Hotels, Airbnb-Modelle) zu temporären Preissteigerungen kommen kann (Angebot und Nachfrage). Dauerhafte Mietsteigerungen in der Gastgeberstadt lassen sich nicht belegen. Untersuchungen zeigen, dass die Immobilienpreise in Ausrichterstädten im Vergleich zu anderen Städten im selben Zeitraum nicht stärker gestiegen sind.

Wer noch mehr Fragen beantwortet haben möchte, findet die Antworten in den FAQs zur Olympia-Bewerbung Hamburgs

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