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& ich​

Rund um die olympischen und paralympischen Spiele gibt es tausend Geschichten.
Hier sind ein paar der liebsten Erinnerungen von einigen Hamburgern und Hamburgerinnen.

Jacob Heidtmann, Olympiateilnehmer 2016 und 2021, sitzt vor den Olympischen Ringen

mein olympischer moment

„2016 durfte ich mit damals 21 Jahren an meinen ersten Olympischen Spielen teilnehmen. Auf Platz 5 liegend wurde ich leider disqualifiziert und mein Traum einer Finalteilnahme war geplatzt. Nach monatelanger Auszeit vom Schwimmen entschloss ich mich, einen weiteren olympischen Zyklus anzugehen. 2021 konnte ich mit der Staffel ins Olympische Finale von Tokio schwimmen und meinen ewigen Traum im zweiten Anlauf erfüllen. Einen schöneren „Full-Circle-Moment“ kann ich mir nicht vorstellen und lässt mich bis heute schmunzeln, wenn ich daran denke.“

Jacob Heidtmann, ehemaliger Schwimmer, Teilnehmer Olympische Spiele 2016 und 2021

„Mein olympischer Moment waren die letzten Minuten des Handballspiels Deutschland gegen Frankreich bei den Olympischen Spielen in Paris 2024.
Es war das Spiel um den Einzug ins Finale, als sich die Mannschaft aus einem Rückstand heraus mit unglaublicher Ruhe und taktischer Intelligenz den Sieg erkämpfte. In diesen seltenen Augenblicken scheint alles zusammenzupassen – jeder Pass, jede Entscheidung, jeder Wurf. Genau diese Momente verkörpern die Magie der Olympischen Spiele, für die jahrelang gearbeitet wird. Die Emotionen waren kaum zu überbieten, weil all das ausgerechnet gegen das Ausrichterland in einer aufgeheizten Atmosphäre gelang.“

Katharina von Kodolitsch, HSB-Präsidentin

Portrait von Katharina von Kodolitsch, Präsidentin des Hamburger Sportbundes, vor HSB-Pressewand

Katharina von Kodolitsch, HSB-Präsidentin

Lise Petersen im roten Top und schwarzer Leggings mit erhobenem Speer – Paralympics-Athletin im Freisteller

„Mein schönster paralympischer Moment war in Paris 2024, bei meinen zweiten Paralympics. Es war ohnehin besonders, nach den Paralympics in Tokio erneut auf der größten sportlichen Bühne zu zeigen, wofür ich trainiert hatte, wobei diese Bühne in dem Fall ein fast ausverkauftes Stade de France war. Als ich dann zwischen diesen ca. 57.000 Menschen meine Familie entdeckte, die eine große Deutschlandflagge mit meinem Namen hochhielt, konnte ich mir das Lächeln nicht verkneifen – nicht einmal als ich für meinen ersten Wurf auf der Anlaufbahn stand und noch einmal zu ihnen sah.
Zu wissen, dass meine Familie, mein Freund, und viele, die mich auf meinem Weg dorthin unterstützt hatten, unter diesen 57.000 Menschen waren, gab mir unglaublich viel Kraft und machte diesen Moment einfach perfekt.“

Lise Petersen, Speerwerferin, Teilnehmerin Paralympische Spiele 2021 und 2024

„Mein schönster paralympischer Moment war in Paris 2024, bei meinen zweiten Paralympics. Es war ohnehin besonders, nach den Paralympics in Tokio erneut auf der größten sportlichen Bühne zu zeigen, wofür ich trainiert hatte, wobei diese Bühne in dem Fall ein fast ausverkauftes Stade de France war.

Als ich dann zwischen diesen ca. 57.000 Menschen meine Familie entdeckte, die eine große Deutschlandflagge mit meinem Namen hochhielt, konnte ich mir das Lächeln nicht verkneifen – nicht einmal als ich für meinen ersten Wurf auf der Anlaufbahn stand und noch einmal zu ihnen sah.
Zu wissen, dass meine Familie, mein Freund, und viele, die mich auf meinem Weg dorthin unterstützt hatten, unter diesen 57.000 Menschen waren, gab mir unglaublich viel Kraft und machte diesen Moment einfach perfekt.“

Lise Petersen, Speerwerferin, Teilnehmerin Paralympische Spiele 2021 und 2024

„Zuerst fällt mir die Taufe unseres Bootes „Santi“ ein. Wir haben es nach dem Olympiasieger 2016 Santiago (Santi) Lange benannt, da dieser trotz einer Krebserkrankung Gold holte, ein Vorbild und ein Wegweiser während unser Olympiakampagne. Er sagte: Ein Boot ist nicht immer schnell. Ihr müsst ihm helfen, seine Geschwindigkeit zu finden. Dieser Satz hat uns in Phasen, in denen wir die Geschwindigkeit unseres Bootes nicht gefunden haben, immer angespornt, unser Bestes zu geben – dieser Satz von Santi hat im Endeffekt zur Silbermedaille geführt.

Als Nächstes kommt mir die atemberaubende Ankunft am Hamburger Flughafen in den Kopf: Selbst heute habe ich Gänsehaut, wenn ich daran denke. Die gesamte Ankunftshalle war voller Menschen. Überall. Lärm, Trillerpfeifen, Vuvuzelas, Plakate. Diese geballte Ladung an Freude von den anderen zu spüren, war überwältigend.

Bei den Corona-Spielen war alles anders und so wurden uns die Medaillen nicht umgehängt, sondern überreicht. Unsere Konkurrentinnen nahmen die Medaillen entgegen und hängten sie sich selbst um.

Uns war sofort klar, dass wir sie uns gegenseitig umhängen werden.

Dieser Moment und damit auch dieses Bild symbolisiert für mich das tiefe Vertrauen und die Freundschaft, die meine Teampartnerin und ich im Laufe der Zeit füreinander entwickelt haben.“

Sanni Beucke, Seglerin und Active City Botschafterin, Silbermedaillen-Gewinnerin Olympische Spiele 2021

Seglerin Sanni Beucke erhält bei Olympia 2021 in Tokio die Silbermedaille von Teamkollegin Tina Lutz, beide mit Maske
Seglerinnen Sanni Beucke und Tina Lutz lachen vor ihrem 49erFX Segelboot an Land bei Sonnenschein
Portrait von Ruderer Tim Ole Naske mit Sportbekleidung, Cap und Sonnenbrille, hält ein Paddel an der Schulter

„Meine ersten Olympischen Spiele waren 2021 in Tokio. Keine Zuschauer, keine Stimmung, kein richtiges olympisches Gefühl. Als meine Mannschaft und ich in Paris dann zum Start des Vorlaufs hochgerudert sind, konnten wir noch nicht erahnen, was gleich für eine Stimmung herrschen würde. Als wir die 1000 Meter-Marke passierten, wurde es laut. Es wurde so laut, dass ich aus dem Boot gucken musste, um mich zu vergewissern, wo wir uns gerade auf der Strecke befinden. Ich bin schon unzählige Rennen gefahren, ich habe ein perfektes Gespür dafür, zu welchem Zeitpunkt des Rennens ich mich wie fühle. Aber diese Lautstärke, diese Stimmung, die da zu uns aufs Wasser getragen wurde, machte es unmöglich, das körperliche Empfinden und die tatsächliche Situation zusammen zu bringen.

Die Fans an der Strecke in Paris waren schon ab der Streckenhälfte lauter und emotionaler als die Fans bei Weltmeisterschaften im Endspurt waren. Ab 1000 Meter wurden wir getragen von den Zuschauenden, die uns anfeuerten. Die Erschöpfung der ersten Streckenhälfte war verflogen und mit jedem Schlag kamen wir dem Ziel näher, zeitgleich wurde es immer lauter. Als wir durchs Ziel waren, wussten wir zwar, dass es mit unserem dritten Platz nicht direkt fürs Finale gereicht hat, aber nach Tokio fühlte ich mich genau in diesem Moment das erste Mal wie ein richtiger Olympionike.“

Tim Ole Naske, Ruderer, Teilnehmer Olympische Spiele 2021 und 2024

„Mein olympischer Moment war ganz klar das Beachvolleyball-Finale von Laura und Kira 2016 in Rio. Sternenklarer Himmel über der Copacabana, 10.000 Brasilianerinnen und Brasilianer verwandeln die Beach-Arena in einen Hexenkessel und feuern frenetisch ihr favorisiertes eigenes Team an. Laura und Kira beweisen Nerven aus Stahl, lassen sich von all der Lautstärke, Trommeln und Gesängen nicht aus der Ruhe bringen. Punkt für Punkt kämpfen sie sich durch das Finale. Mit enormer mentaler Stärke gelingt ihnen fast alles. Mit dem Matchball explodiert die kleine deutsche Fancommunity auf den Rängen. Diesen Gold-Moment von Rio vergisst man nicht.“

Sportsenator Andy Grote

Christoph Holstein, Ingrid Unkelbach und Andy Grote jubeln mit Deutschlandflagge für Olympiasiegerin Laura Ludwig bei Rio 2016
Franzisca Hauke bei der Closing Ceremony der Olympischen Spiele 2016 in Rio, Arm in Arm mit Begleitung

„Ein ganz besonderer Moment für mich war die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2016 im Maracanã-Stadion – gemeinsam mit meinem Bruder Tobi. Nachdem ich ihn zuvor schon zweimal bei Olympia angefeuert hatte, selbst als Athletin an seiner Seite zu stehen und dieses Erlebnis zu teilen, war einfach unvergesslich. Als wir dann später Fotos von unseren Eltern bekamen, wie sie uns beide gemeinsam im Fernsehen gesehen hatten – das war Gänsehaut pur.“

Franzisca Hauke, Hockeyspielerin, Teilnehmerin Olympische Spiele 2016 und 2021, Bronzemedaillen-Gewinnerin 2016

Daniel Knoblich mit 12 Jahren vor dem Olympiastadion 1992 in Barcelona, in Jeansshorts und weißem T-Shirt

„Sommerferien, August 1992, ich war zwölf Jahre alt, als ich zusammen mit meinem Vater zu den Olympischen Spielen nach Barcelona fuhr. Ein Junge aus Südniedersachsen, ein Nachwuchs-Judoka mit großen Träumen. Barcelona empfing uns mit Sonne, Meer und einer Energie, die ich so nie wieder irgendwo gespürt habe. Überall Musik, Fahnen, Menschen aus aller Welt. Mein Vater und ich gingen von Wettkampf zu Wettkampf – Leichtathletik, Tennis, Judo und Schwimmen – jeder Tag war ein neues Abenteuer. Ich sah Boris Becker kämpfen und verlieren, Steffi Graf siegen, Alexander von der Gröben auf der Judomatte und die vielen Boote im Segelrevier in der Nachmittagssonne glitzern. Diese Ferien waren mehr als eine Reise – und ein Gefühl blieb für immer: das Gefühl, Teil von etwas Größerem gewesen zu sein. Die Begeisterung, die Freundlichkeit der Menschen, die Magie der Spiele – und die stillen Träume eines Zwölfjährigen, der damals beschloss, nie aufzuhören, an sich zu glauben. Diese Reise war ein Lebensmoment, der mich geprägt hat – als Mensch, als Judoka, als jemand, der gelernt hat, dass jeder große Traum mit einem winzigen Moment der Inspiration beginnt.“

Daniel Knoblich, HSB-Vorstandsvorsitzender

Marla Bergmann und Hanna Wille bei der Closing Ceremony der Olympischen Spiele 2024 in Paris im Stade de France

„Die Closing Ceremony bei Olympia 2024 in Paris war für uns ein absoluter Gänsehaut-Moment.
Da das Segeln außerhalb von Paris, in Marseille, stattfand, haben wir über unseren Wettkampf hinweg nicht viel von dem Olympia-Wahnsinn mitbekommen.
Es fühlte sich fast wie ein normaler Wettkampf an. Umso beeindruckender war es für uns, in Paris, in das fast ausverkaufte Stade de France, gemeinsam mit den anderen Athleten einzulaufen. Die Stimmung war voller Begeisterung – Athleten und Fans aus allen Nationen feierten gemeinsam, tanzten, jubelten und genossen diesen einzigartigen Moment.“

Marla Bergmann / Hanna Wille, Seglerinnen, Teilnehmerinnen Olympische Spiele 2024

Hapag-Lloyd Containerschiff mit orangenen Containern im Hamburger Hafen bei Sonnenschein
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